100. Fördewoche in Flensburg
Die Flensburger Innenförde ist für mich das schönste Segelrevier der Republik und der Flensburger Segel Club ein Verein zum wohl fühlen.
Schon im Winter waren die Termine auf unserem Regattakalender für Flensburg fest geschrieben und die Mannschaft hatte sich eingetragen. Horst, mit dem ich schon seit Jahrzehnten immer wieder am Anfang und Ende der Saison 3, 4 Regatten im Jahr segele, und Jan der seit 2 Jahren mit segeIt sollten die Crew sein. Im Frühjahr fuhren wir zu den Pokal Regatten und im September war die 100. Förde Woche geplant. So rannte Robert Winkler (Chef der Flensburger Folkebootsegler) bei mir offene Türen ein als er nachfragte ob wir dabei sein werden.
Nach ca. 3 Stunden Trailerfahrt in Glücksburg angekommen, wurden wir – mein Mitsegler Horst und ich – von Robert empfangen, unter den Kran dirigiert und ruckzuck war das Boot im Wasser und unter Hilfe von Werner (Mitsegler von Robert) der Mast gestellt. Während ich den Trailer abstellte, hatten Werner und Horst das Boot schon auf einen Liegplatz gefahren. Das nenne ich Betreuung von Regattateilnehmer, die animiert gern wieder zu kommen.
Die Fördewoche ist eine der größten Segelveranstaltungen in Deutschland. Der Hafen war rappelvoll mit Booten der Klassen: Melges, J80, Platu, 806, X-99, und jede Menge großer ORC-Yachten die ihre Weltmeisterschaft aussegelten.
Der Wetterbericht versprach für Samstag mittlere südwestliche Winde und kaum Regen. Bedingungen die uns liegen. Nach dem die schnelleren Boote vor uns gestartet wurden, waren wir, 17 Folkeboote, als 4. Gruppe dran. Leider misslang uns der Start und so fanden wir uns rasch ziemlich achtern wieder, konnten uns dann aber noch bis zum 11. Platz vorarbeiten. Gute Vorsätze lohnen sich, so dass der zweite Start uns freien Wind bescherte und wir langsam aus dem Feld heraus segelten. Wir hatten uns für die linke Seite mit maximal bis zur Mitte entschieden, was sich als richtig erwies. Wir segelten im Rythmus der Winddreher und erreichten als erster die Luvtonne mit gutem Abstand zum zweiten Boot, „Paula“. Vor dem Wind konnten wir den Abstand halten, ebenso auf der nächsten Kreuz. Da der Zieleinlauf jeweils Vor-dem-Wind erfolgte, hieß es nun sich der Angriffe von „Paula“ zu erwehren. Letztendlich passierten wir als erster die Ziellinie. Zur Belohnung macht uns Horst einen Cappucino, der aber nicht dazu führte den Erfolg zu wiederholen. Im nächsten Durchgang wurden wir siebter.
Im Hafen angekommen, hatte die Flotte Flensburg das Fass Flens bereits auf dem Steg, und so wurde bei zünftigem Bier und gutem Wetter so manch eine Regattasituation noch einmal gesegelt, neue Kontakte geknüpft und alte aufgefrischt oder vertieft. Es ist schon eine sympathische Truppe, diese Folkebootsegler.
Der Sonntag brachte uns eine andere Bahn und eine Startverschiebung wegen Windmangel. Unser neuer Wettfahrtleiter war Claus-Otto Hansen auf seiner „Alpha Taurus“. Einer der routiniertesten und besten Wettfahrtleiter den ich kenne. Der Wind frischte langsam auf und wieder gingen wir als 4. Start auf die Bahn. Es kann schon zu interessanten Begegnungen an den Tonnen führen, wenn man z.B. mit X-99 auf einer Bahn segelt. Wir hatten uns einen guten Platz ersegelt, aber an der Luvtonne haben wir ihn leider verloren. Die X-99 sind einfach zu schnell, als das man auf Steuerbordbug zwischen 2 Booten die mit 10 Meter Abstand angebrettert kommen hindurch fahren kann. Da es aber insgesamt 3 X-99 waren, hatten wir blitz schnell 50m verloren. So beendeten wir diesen Durchgang als 8. . Zur 2.Wettfahrt legte der Wind ein klein wenig zu (max. 3 Bft) und wir segelten noch eine schöne Wettfahrt die wir mit einem 3. Platz beendeten. Total belegten wir den Platz 5.
Wir gratulieren Walter Furthmann mit „Paula“ für seinen 1. und dem Lokalmatador Holger Reimer zum 2. Platz.
Wir haben an Bord einen Alu-Mast und neue Segel mit dem optimierten Schnitt 2010 (auch sehr gut für Holzmasten) , der uns eine tolle Höhe und sehr guten Speed segeln ließ.
Insgesamt war es ein wunderschönes Regattawochenende, bei dem alles stimmte. Das Wetter, die Hilfsbereitschaft im Hafen, das Zusammensein mit anderen Folkies, das Clubhaus mit der freundlichen Gastronomie, die perfekt durchgeführten Wettfahrten und Robert seine Gastfreundschaft, bei dem wir übernachten konnten.
Die Regattaleitung versprach uns – weil wir mit 17 Booten eine starke Gruppe waren – als Klasse fest in die Förde Woche aufzunehmen, und auf Anregung von Walter, im nächsten Jahr den Mannschaften der Preisträger für jedes Crewmitglied einen Preis zu überreichen.
Die Mannschaft von GER 482, „Relaxed Rabbit“ wird auf jeden Fall wieder dabei sein.
Heino Haase
mit seiner Crew Horst Meyer und Jan Stoltenberg